Wettbewerbsfähig bleiben!

In Kärnten wird zwar viel geforscht,aber von immer nochzu wenigen Unternehmen.

Auf den ersten Blick scheint alles in bester Ordnung: Kärnten konnte im Jahr 2019 seine Forschungsquote (Anteil von F&E am regionalen BIP) von 2,89 auf 3,21 Prozent steigern. Auch der Beitrag der Industrie ist beeindruckend. 82,5 Prozent der Ausgaben sind ihren sogenannten experimentellen Entwicklungen zuzuordnen. Und ja, Sie liegen richtig, die enormen Investitionen von Infineon finden hier ihren deutlichen Niederschlag. Deshalb haben wir wahrscheinlich nicht so genau hingeschaut, was sich rundherum tut. Auch da spricht die Statistik Bände: Für Kärntens Forschungsperformance sind insgesamt 221 F&E-durchführende Einheiten zuständig. Da sind allerdings auch die Einrichtungen der Grundlagen- und Angewandten Forschung mit eingerechnet. Keine allzu beeindruckende Zahl, vergleicht man es mit den Spitzenreitern in Österreich: In Wien sind es deren 1.720 in der benachbarten Steiermark 1.091!

Diese Zahl der rund 200 Kärntner forschenden Einheiten hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Fast ebenso lang setzt sich die IV Kärnten für eine Verbreiterung der Basis für F&E im Land ein. Im Jahr 1997 hat sie deshalb etwa das Forschungszentrum Carinthian Tech Research (heute Silicon Austria Labs) mitbegründet. Erst kürzlich hat sie sich am Start des Fraunhofer-Instituts „KI4LIFE“ beteiligt. Immer wieder fördert sie die Zusammenarbeit zwischen ihren Mitgliedsbetrieben und den regionalen Forschungseinrichtungen.

Nun wissen wir alle, dass Forschung und Innovation nicht gleich zu setzen sind. Es ist aber auch in Expertenkreisen unumstritten, dass Forschungsintensität und Wettbewerbsfähigkeit nicht nur von Unternehmen, sondern auch von ganzen Standorten eng miteinander zusammenhängen. Und da hat Kärnten noch viel Luft nach oben. Das gilt erst recht für den massiven digitalen Strukturwandel, in dem wir uns gerade befinden. Da wird die Innovation schnell zum Gradmesser für die Überlebensfähigkeit.