Industriekonjunktur: Luft könnte bald draußen sein

Trotz anhaltend guter Auftragslage nimmt in der Kärntner Industrie die Skepsis über die Entwicklung für die nächsten Monate zu. 

„Die Luft könnte bald draußen sein“, fürchtet IV-Kärnten-Präsident Timo Springer mit Blick auf die aktuelle Konjunkturumfrage der Kärntner Industrie (3. Quartal 2021). Zwar melden derzeit drei Viertel der befragten Unternehmen eine gute Auftrags- und Geschäftslage, der Blick in die Zukunft sei aber skeptisch. In 6 Monaten rechnen nämlich nur noch 12 Prozent mit einer guten Geschäftslage, aber immerhin 77 Prozent mit einer durchschnittlichen. Zu den Unwägbarkeiten, die Springer nennt, zählen in erster Linie die negative Corona-Entwicklung und „gefährliche Ideen wie 2-G am Arbeitsplatz“, die reihenweise Betriebe lahmlegen könnten und die Industrie als Motor der heimischen Wirtschaft abdrehen würde, so Springer. Aber auch die schwierige Situation mit den Engpässen in Lieferketten (z.B. bei Chips) entspanne sich erst langsam. Dazu kämen massive Preissteigerungen bei Rohstoffen und verschiedensten Baumaterialien, die Investitionen und Produktionen behindern. Die Produktion könne deshalb nicht mit den Aufträgen mithalten, so Springer. 49 Prozent der Betriebe melden hier für die nächsten 3 Monate eine Steigerung.

Vorsicht bei Lohnverhandlungen

Die Konjunkturumfrage signalisiere in der Vorschau auf die nächsten 6 Monate auch eine deutliche Verschlechterung der Ertragslage, plädiert Springer für Vorsicht in den noch ausstehenden Lohnverhandlungen. Das gelte auch für den öffentlichen Dienst. Springer zeigt Null Verständnis für überzogene Forderungen der Personalvertreter des Landes nach zusätzlichen Urlaubstagen und einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Bei pandemiebedingter Rekordverschuldung des Landes schrumpfe der budgetäre Spielraum des Landes für Zukunftsinvestitionen z.B. in Bildung, Forschung, Infrastruktur und notwendige Strukturreformen.


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