Wirtschaftsdaten

Industrie- und Innovationsland Kärnten

Industrie- und Innovationsland Kärnten (Stand Jänner 2018, letztverfügbare Daten)

Einwohnerzahl Kärnten: 561.161 (= 6,42 % von Gesamtösterreich) Quelle: Ktn. Statistisches Handbuch 2016
Unselbständig Beschäftigte: 207.482 (= 5,7 % von Gesamtösterreich) Quelle: Statistik Austria, 2016

Produzierender Bereich (Sachgütererzeugung, Bergbau, Bau, Energie- und Wasserversorgung), Anteil an der regionalen Bruttowertschöpfung (Kärnten 2014: insgesamt 16,2 Mrd. €, Quelle: IWI, Industrie- wissenschaftliches Institut, WKO Statistik):

Kärnten                      Österreich
31,71 %                     28,3 %

Volkswirtschaftliche Effekte der Kärntner Industrie inklusive mit ihr kooperierender Dienstleistungen (Quelle IWI 2015, Daten von 2013):

Bruttowertschöpfung: 54 %
Beschäftigung: 45 %

Tourismus-Anteil an der regionalen Bruttowertschöpfung (WKO Statistik, 2014):

Kärnten
6,51 % im engeren Sinne
15 % inklusive Freizeitwirtschaft (laut IHS Kärnten)

Regionales BIP/Einwohner (IHS 2015):

Kärnten                Österreich
33.300 €               37.400 €

Stärkste Branchen der Industrie (2016 nach Produktionswert/Beschäftigung/Anteile, Quelle: Jahresbericht WKK-Sparte Industrie):

Elektro/Elektronik          2,202 Mrd. €             4.539       28,1 %
Maschinen/Metall          1,800 Mrd. €             8.509       22,9 %
Holz                               1,122 Mrd. €             2.775       14,3 %
Chemie                             995 Mrd. €             2.844       12,7 %
...
gesamt                          7,847 Mrd. €            25.343       100 %

Die Kärntner Industrie („Herstellung von Waren“) hat im Jahr 2016 zu einem wahren Höhenflug angesetzt. Sie wuchs beim Produktionswert um 6,5 Prozent! Damit war sie klare Nummer eins im Vergleich der österreichischen Bundesländer. Österreichweit betrug der Zuwachs nur 0,8 Prozent. In den ersten beiden Quartalen 2017 war die Entwicklung ähnlich positiv.Laut Industriewissenschaftlichem Institut (2015, Daten von 2013) steht die Industrie inklusive aller von ihr abhängigen Dienstleistungen („Servoindustrieller Sektor“) für rund 54 Prozent der Wertschöpfung im Land und für 45 Prozent der Beschäftigten. Von den Bruttoanlageninvestitionen leistet der Servoindustrielle Sektor sogar 60 Prozent des gesamten Kärntner Volumens. Das ist hinter Oberösterreich und Vorarlberg der dritthöchste Anteil eines Bundeslands. Laut einer aktuellen Studie von Joanneum Research dürften sich die Bruttoanlageninvestitionen allein der Kärntner Industrie im Jahr 2016 auf 1,2 Mrd. Euro belaufen. 2017 dürfte eine Steigerung um über 10 Prozent gelungen sein.
Die Industrie ist Hauptmotor des Kärntner Exports. 2016 wurden Waren im Wert von 6,991 Mrd. Euro exportiert, der zweithöchste je gemessene Wert (- 2 Prozent gegenüber 2015). Bei gleichzeitigen Importen im Gegenwert von 6,014 Mrd. Euro ergab sich eine positive Außenhandelsbilanz von 977 Mio. Euro. Die wichtigsten Exportdestinationen sind Deutschland vor Italien, den USA und Malaysia. (Quelle: WK Kärnten 2016)

Industriekonjunktur
Die letzten Konjunkturumfragen der IV Kärnten unter ihren Mitgliedern zeigen eine positive Entwicklung wie zuletzt vor 10 Jahren, also vor der Krise. Der Aufschwung ist da und wird einerseits von davon unterstützt, dass Kärnten einen massiven Strukturwandel hinter sich hat, andererseits davon, dass Trends wie die Digitalisierung perfekt in das große Stärkefeld der Industrie im Bereich Elektronik/Mikroelektronik passen.

Technologie und Innovation
Die im Sommer 2017 vom IHS Kärnten veröffentlichten Daten des Jahres 2015 zu Forschung & Entwicklung in den österreichischen Bundesländern zeigt gegenüber 2013 wieder eine Verbesserung:
Bei der Forschungsquote ist das Bundesland mit einem Anteil von 3,15 Prozent am regionalen BIP hinter Steiermark (5,16 Prozent), Wien (3,66 Prozent) und Oberösterreich (3,18 Prozent) von Rang 5 auf Rang 4 aufgestiegen. Insgesamt betragen die Forschungsausgaben 585,3 Mio. Euro, um 15,5 Prozent mehr als im Jahr 2013. Mit dieser Steigerung liegt Kärnten auf Rang drei im Bundesländervergleich. Rund 79 Prozent der Forschungsausgaben kommen aus dem betrieblichen Sektor. Das ist ebenfalls ein Spitzenwert in Österreich. Dabei hat Kärnten von allen Bundesländern den höchsten Anteil von Forschungsausgaben ausländischer Betriebe. Diese zumeist Leitbetriebe wirken aber auch noch in anderer Weise positiv in das Umfeld. Ihre wirtschaftliche Ausstrahlung führt zu Wertschöpfungseffekten im Dienstleistungs- und Zulieferumfeld mit dem Faktor 2,85, bei der Beschäftigung sogar mit dem Faktor 3,50! (laut IWI 2016). Laut WIFO (2. Quartal 2017) hat die Sachgüterproduktion/Industrie hier von allen Bundesländern den höchsten Anteil an High-Tech-Beschäftigten: 16,2 Prozent! Die Entwicklung in diesem Bereich ist extrem positiv: wiederum laut Wirtschaftsbericht wuchs die Zahl der Beschäftigten in Sektoren mit erheblichem Technologiegehalt 2016 um 3,9 Prozent, in Sektoren mit hohem Technologiegehalt um 4,8 Prozent. Hier gibt es allerdings auch eine Kehrseite: In den Sektoren mit niedrigem Technologiegehalt sank die Beschäftigung um 1,7 Prozent.

In Kärnten gibt es mehrere erfolgreiche außeruniversitäre Forschungszentren: CTR Carinthian Tech Research und W3C Holzkompetenzzentrum (beide COMET-Zentren), Lakeside Labs und KAI Industrielles Kompetenzzentrum für Automobil- und Industrieelektronik bei Infineon oder CARRD (Center for Abrasives and Refractories Research and Development) vom Imerys-Konzern in Villach.

(Stand Jänner 2018)

 

Kontakt

Gilbert Waldner

Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur, Innovation, Industriellenvereinigung Kärnten

T  +43 463 56615 16
E   gilbert.waldner@iv.at


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