Wirtschaftsdaten

Industrie- und Innovationsland Kärnten

Industrie- und Innovationsland Kärnten (letztverfügbare Daten)

Einwohnerzahl Kärnten: 560.898 (= 6,3 % von Gesamtösterreich) Quelle: Ktn. Statistisches Handbuch 2018
Unselbständig Beschäftigte: 210.355 (= 5,7 % von Gesamtösterreich) Quelle: Statistik Austria, 2017

Produzierender Bereich (Sachgütererzeugung, Bergbau, Bau, Energie- und Wasserversorgung), Anteil an der regionalen Bruttowertschöpfung (Kärnten 2017: insgesamt 18,05 Mrd. €, Quelle: IWI, Industrie- wissenschaftliches Institut, WKO Statistik):
Kärnten     Österreich
33,2 %       28,3 %

Volkswirtschaftliche Effekte der Kärntner Industrie inklusive mit ihr kooperierender Dienstleistungen (Quelle IWI 2015, Daten von 2013):
Bruttowertschöpfung: 54 %
Beschäftigung: 45 %


Tourismus-Anteil an der regionalen Bruttowertschöpfung (WKÖ Statistik, 2014):
6,5 % im engeren Sinne
15 % inklusive Freizeitwirtschaft (laut IHS Kärnten)


Bruttoregionalprodukt je Erwerbstätigem (WKÖ Statistik, 2017):
Kärnten     Österreich
77.314 €    83.792 €

Stärkste Branchen der Industrie (2017 nach Produktionswert/Anteile/Veränderungen zu 2016/Beschäftigte, Quelle: Jahresbericht WKK-Sparte Industrie):

Elektro/Elektronik     
2,889 Mrd. €      32,7 % (+31,2 % gegenüber 2016)     4.892
Maschinen/Metall     1,783 Mrd. €      20,2 % (– 0,9 %)                                              8.470
Holz                                   1,202 Mrd. €      13,6 % (+7,2 %)                                                2.929
Chemie                             1,163 Mrd. €      13,2 % (+ 16,9 %)                                           2.974

...
gesamt                             8,828 Mrd. €      100 % (+ 12,5 %)                                          25.276


Die Kärntner Industrie („Sachgütererzeugung“) hat im dritten Quartal 2018 gegenüber dem schon starken Wachstum im Vergleichszeitraum 2017 den Produktionswert um 12,1 Prozent steigern können. Das war erneut der höchste Wert aller Bundesländer. Der Österreichschnitt lag bei einem Plus von 5,3 Prozent. Die Sachgütererzeugung ist damit auch anderen Wirtschaftsbereichen weit voraus. Der Tourismus fuhr ein Minus von 1,8 Prozent ein. Auch die unternehmensnahen Dienstleistungen profitierten von der Industrie und erreichten ein Plus von 5,2 Prozent, während die Dienstleistungen nur moderat um 1,6 Prozent zulegten. Die gestärkt aus dem Strukturwandel hervorgegangene Kärntner Industrie ist der Motor des Aufholprozesses gegenüber den technologieintensiven Vorreitern Oberösterreich oder Steiermark.
Laut Industriewissenschaftlichem Institut (2015, Daten von 2013) steht die Industrie inklusive aller von ihr abhängigen Dienstleistungen („Servoindustrieller Sektor“) für rund 54 Prozent der Wertschöpfung im Land und für 45 Prozent der Beschäftigten. Von den Bruttoanlageninvestitionen leistet der Servoindustrielle Sektor sogar 60 Prozent des gesamten Kärntner Volumens. Das ist hinter Oberösterreich und Vorarlberg der dritthöchste Anteil eines Bundeslands. Laut einer aktuellen Studie von Joanneum Research dürften sich die Bruttoanlageninvestitionen allein der Kärntner Industrie im Jahr 2016 auf
1,2 Mrd. Euro belaufen.
Die Industrie ist Hauptmotor des Kärntner Exports. Im ersten Halbjahr 2018 wurden Waren im Wert von 3,979 Mrd. Euro exportiert, ein deutliches Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem 1. HJ 2017 (Quelle WKÖ). Bei gleichzeitigen Importen im Gegenwert von 3,482 Mrd. Euro ergab sich eine positive Außenhandelsbilanz von 497 Mio. Euro. Die wichtigsten Exportdestinationen sind Deutschland (1,180 Mrd. Euro) vor den USA (408 Mio. Euro), Italien (403 Mio. Euro) und Slowenien (159 Mio. Euro). Überraschend folgt danach schon China (155 Mio. Euro). (Quelle: WK Kärnten 2016). Wichtigste Produkte im Export sind Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte vor elektrischen Maschinen, Apparaten und elektrotechnischen Waren.


Technologie und Innovation
Die im Sommer 2017*) vom IHS Kärnten veröffentlichten Daten des Jahres 2015 zu Forschung & Entwicklung in den österreichischen Bundesländern zeigt gegenüber 2013 wieder eine Verbesserung:
Bei der Forschungsquote ist das Bundesland mit einem Anteil von 3,15 Prozent am regionalen BIP hinter Steiermark (5,16 Prozent), Wien (3,66 Prozent) und Oberösterreich (3,18 Prozent) von Rang 5 auf Rang 4 aufgestiegen. Insgesamt betragen die Forschungsausgaben 585,3 Mio. Euro, um 15,5 Prozent mehr als im Jahr 2013. Mit dieser Steigerung liegt Kärnten auf Rang drei im Bundesländervergleich. Rund 79 Prozent der Forschungsausgaben kommen aus dem betrieblichen Sektor. Das ist ebenfalls ein Spitzenwert in Österreich. Dabei hat Kärnten von allen Bundesländern den höchsten Anteil von Forschungsausgaben ausländischer Betriebe. Diese zumeist Leitbetriebe wirken aber auch noch in anderer Weise positiv in das Umfeld. Ihre wirtschaftliche Ausstrahlung führt zu Wertschöpfungseffekten im Dienstleistungs- und Zulieferumfeld mit dem Faktor 2,85, bei der Beschäftigung sogar mit dem Faktor 3,50! (laut IWI 2016).

Laut WIFO (4. Quartal 2018) hat die Sachgüterproduktion/Industrie hier von allen Bundesländern den höchsten Anteil an High-Tech-Beschäftigten: 17,2 Prozent!
In Kärnten gibt es mehrere erfolgreiche außeruniversitäre Forschungszentren: CTR Carinthian Tech Research (wird sukzessive Bestandteil der Silicon Austria Labs und damit auch von der Zahl der Forscher her deutlich aufgewertet) und W3C Holzkompetenzzentrum (beide COMET-Zentren), Lakeside Labs und KAI Industrielles Kompetenzzentrum für Automobil- und Industrieelektronik bei Infineon oder Imerys Technology Center Austria GmbH in Villach.

*) Ein Update gibt es Mitte des Jahres 2019 mit Daten für das Jahr 2017

Ende Feber 2019

Kontakt

Gilbert Waldner

Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur, Innovation, Industriellenvereinigung Kärnten

T +43 463 56615 16
gilbert.waldner@iv.at


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