„Kärnten – wir arbeiten daran!“

IV-Kärnten-Präsident Christoph Kulterer appelliert anlässlich der 70-Jahr-Feier am 6. Juli an den Geist der Wiederaufbaugeneration. Auch heute gelte es, die Kräfte zu bündeln. 

70-Jahr-Feier IV Kärnten

In seiner Rede im Casineum Velden verglich Kulterer die Entwicklung der Kärntner Industrie mit den Jahresringen der Bäume, die mal dicker, mal dünner ausfallen. Derzeit offenbar wieder dicker, denn die Kärntner Industrie habe im Vorjahr mit einem Plus beim Produktionswert von 9,1 Prozent die österreichische (plus 2,0 Prozent) bei weitem überflügelt. Das sei durch Exporte und die Entwicklung neuer Produkte gelungen. Als positives Beispiel hob Kulterer den Silicon-Alps-Mikroelektronikcluster hervor. Diese gemeinsame Forschungsachse mit der Steiermark sei erst kürzlich von EU-Kommissar Carlos Moedas gelobt worden, betonte er.

Top-Ökostandort

Als weiteren Bereich, wo Kärnten „top“ sei, nannte er die ökologische Nachhaltigkeit. Kärnten liege an der Spitze jener Regionen mit dem höchsten Anteil an Erneuerbarer Energie. Jedoch warnte Kulterer aber auch konkret davor, zu viele Natura 2000 Gebiete zu verordnen, die den wirtschaftlichen Aufschwung bremsen. Die Umweltwirtschaft brauche mehr Technik, mehr Ingenieure und IT-Spezialisten. Auch da könne er sich eine Green-Tech-Achse mit der Steiermark vorstellen. Dann sprach der IV-Kärnten-Präsident die Infrastruktur an, die schleppende Sanierung der Straßen, die Verzögerungen bei der Fertigstellung der Koralmbahn. Es gehe ihm ganz einfach alles viel zu langsam in Kärnten. Das Land mit seiner einmaligen Lage im Herzen Europas habe das Potenzial, zu einer der erfolgreichsten Regionen Europas zu werden, wenn man die Kräfte bündle, schloss er. 
Dann hieß es „Film ab!“ in wenigen Sequenzen zeigte die IV Kärnten Elemente der hohen Lebens- und Arbeitsqualität im Land, selbstironisch und kärntnerisch kontrastiert von jenen, die immer bremsen und überall das Negative sehen. Es endete mit dem Appell, mit dem „Tschentschen“ (Kärntnerisch für: Raunzen, Jammern) aufzuhören und: „Kärnten – wir arbeiten daran!“

Geschichte der Erneuerung

Vorher waren schon Persönlichkeiten aus der Industrie zu Wort gekommen: Herbert Kulterer ließ die Entwicklung der Holzindustrie seit dem Weltkrieg revuepassieren. Alexander Bouvier sprach über den berühmten Forscher und Unternehmer Auer von Welsbach, Gründer der Treibacher Industrie AG, die heute immer noch dem Leitspruch folgt: „Innovation ist unsere Tradition“. Timo Springer zeigte anhand des eigenen Unternehmens, der Springer Maschinenfabrik, wie sich Familienunternehmen von Generation zu Generation immer wieder erneuern. Erich Dörflinger, der seine Karriere einst als Radio- und Fernsehtechniker-Lehrling begonnen hat, demonstrierte anhand von Beispielen, wie gewaltig sich die Elektronik weiterentwickelt hat. Sein Unternehmen Flex hat u.a. die erste X-Box-Spielkonsole für Microsoft produziert und ist heute vor allem im Sektor Medizintechnik hoch erfolgreich.

Drei Landesräte (LHStv. Gaby Schaunig, Rolf Holub und Gerhard Köfer) sowie Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierten der IV Kärnten zum 70er. Neben vielen Mitgliedern begrüßten Präsident Christoph Kulterer und Geschäftsführerin Claudia Mischensky auch Gäste aus Institutionen, Bildungswesen und öffentlichem Leben. Extra aus Wien reiste auch IV-Generalsekretär Christoph Neumayer an.

BU (von links): Alexander Bouvier (Treibacher), Christoph und Claudia Kulterer (IV Präsident), Erich Dörflinger (Flex), Sabine Herlitschka (Infineon), Roland Waldner (Philips), Oliver Zlamal (KMF Maschinenfabriken), Claudia Mischensky (IV Geschäftsführerin)

Foto Eggenberger (Abdruck honorarfrei)

 

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