In kleinen Schritten beginnen!

Sozialpartnerinitiative „Arbeit & Alter“*) zeigt über ihre Homepage und viele Praxisbeispiele Unternehmen, wie man die Arbeitsfähigkeit seiner Belegschaft ein Arbeitsleben lang fördert.
BU: Wolfgang Knes (Mondi), Christiana Zenkl (Infineon), Julia Enzelsberger (Industriellenvereinigung), Hildegard Weinke (Bundes-Arbeiterkammer), Ingrid Reifinger (ÖGB), Claudia Stumpfl (Kärntner Gebietskrankenkasse), Susanne Oberleitner-Fulmek (NestorGOLD Kooperationspartnerin), Wolfgang Haberl (AMS)

Das Interesse am Thema wächst massiv. Am 9. März drängte sich eine Hundertschaft Interessierter im Veranstaltungsraum der IV Kärnten in Klagenfurt, um über verschiedenste Facetten des Themas zu diskutieren. ÖGB-Landessekretär Georg Steiner sprach einleitend von einem massiven Wandel in der Arbeitswelt. Die aufgrund der demografischen Entwicklung veränderte Alterspyramide, das steigende Pensionsantrittsalter – in den Unternehmen wächst der Handlungsbedarf. Infineon etwa hat als Reaktion darauf ein „Generationenmanagement“ entwickelt, das die Teilaspekte Gesundheitsförderung, Generationenlernen, flexible Organisation und Führung/Wertschätzung umfasst. Hier werden gesundheitliche Risiken frühzeitig erkannt, berichtet Personalchefin Christiana Zenkl. Bei Mondi in Frantschach hat man über viele Jahre systematisch den Schichtbetrieb umgestellt. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Die Zahl der Krankenstände sank fast um ein Viertel, freut sich „Weltbetriebsrat“ Wolfgang Knes.

Positive Beispiele

Die Sozialpartner-Initiative „Arbeit & Alter“ sammelt solche positiven Beispiele und stellt sie auf die Homepage www.arbeitundalter.at . Dort kann sich jeder inspirieren lassen und schon mit kleinen Schritten beginnen, wie Julia Enzelsberger von der Industriellenvereinigung betont. Eine wöchentliche Teambesprechung könne etwa so eine erste Maßnahme sein. Stark unterschätzt werde auch die Wirkung von wertschätzender Führung im Unternehmen. Untersuchungen zeigen, dass dies für die Gesundheit der Mitarbeiter etwa doppelt so viel bringe wie Bewegungs- und Sportprogramme.
Hildegard Weinke von der Bundesarbeiterkammer appelliert vom altbekannten Motto „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ Abstand zu nehmen. Es sei schlicht falsch. Man solle Erfahrungswissen in die Weiterbildungsstrategie integrieren, sich mit den Gründen von Weiterbildungsverweigerung und Versagensängsten beschäftigen, eine neue Fehlerkultur einführen.
Ingrid Reifinger vom ÖGB legt Wert darauf, dass Älterwerden kein Abbau- sondern ein Umbauprozess sei. Viele Fähigkeiten verbessern sich sogar: z.B. die geistig-sozialen Kompetenzen oder jene zur Problemlösung. Sie sieht in der Gesundheitsprävention drei Komponenten als ausschlaggebend an: der verpflichtende ArbeitnehmerInnenschutz, die freiwillige betriebliche Gesundheitsförderung, Eingliederungsmanagement („fit2work“), die Beratung und Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen am Arbeitsplatz.

Altersstrukturanalyse


Die Klammer über vorgenannte Bereiche Führung, Weiterbildung und Gesundheit ist die Arbeitsorganisation. Julia Enzelsberger empfiehlt hier Unternehmen ein dreistufiges Verfahren: zuerst die Altersstrukturanalyse, dann eine Prüfung der Tätigkeiten danach, was für Ältere besonders belastend ist, schließlich eine alternsgerechte Arbeitsorganisation.
Anschließend kamen beratende Organisationen wie AMS, Gebietskrankenkasse, und „fit2work“ zu Wort. Zur Abrundung wurde das Gütesiegel NestorGOLD vorgestellt.

*) Gegründet im Jahr 2000 von Industriellenvereinigung, Bundesarbeiterkammer, ÖGB und Wirtschaftskammer



BU: Wolfgang Knes (Mondi), Christiana Zenkl (Infineon), Julia Enzelsberger (Industriellenvereinigung), Hildegard Weinke (Bundes-Arbeiterkammer), Ingrid Reifinger (ÖGB), Claudia Stumpfl (Kärntner Gebietskrankenkasse), Susanne Oberleitner-Fulmek (NestorGOLD Kooperationspartnerin), Wolfgang Haberl (AMS)

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