Tax Freedom Day: Bis zum 4. August wieder nur für den Staat gearbeitet!

Junge Wirtschaft und Junge Industrie fordern anlässlich des Tax Freedom Days Schluss mit neuen Steuern! Das Ziel: Der Tax Freedom Day soll bis zum Jahr 2020 wieder in der ersten Jahreshälfte stattfinden, der Halbe-halbe-Gedanke muss sich durchsetzen.

Klagenfurt, 3. August 2018 – Bis morgen, den 4. August, werden Herr und Frau Österreicher in diesem Jahr ausschließlich für den Staat gearbeitet haben. Das geht aus einer aktuellen Studie des Austrian Economics Centers hervor, das einmal jährlich den sogenannten „Tax Freedom Day“ berechnet. Dabei werden sämtliche Steuern und Sozialabgaben durch das Einkommen der Haushalte und Betriebe geteilt und dieser Prozentsatz dann auf das Jahr umgerechnet.

Im Jahr 2017 fiel der Österreichische Tax Freedom Day auf den 15. August und damit auf einen beunruhigend späten Termin! Es ist zwar erfreulich, dass man dieses Jahr dank der Steuerreform bereits elf Tage früher am Ziel ist, dennoch sind wir im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA (19. April) oder dem Nachbarland Deutschland (18. Juli) reichlich spät dran. Das zeigt, dass dringend eine Entlastung her muss! „Den (Jung-)Unternehmern muss mehr vom Kuchen bleiben“, fordern die beiden Vorsitzenden Marc Gfrerer (Junge Wirtschaft) und Paul Sommeregger (Junge Industrie). Jede Entlastung erlaubt es den jungen Selbstständigen, sich mehr auf den Aufbau ihres Unternehmens, die Schaffung von Arbeitsplätzen und damit auf den Beitrag zum Wirtschaftsstandort und Wohlstand in Österreich zu konzentrieren.

Die Junge Wirtschaft und Junge Industrie sehen die Belastungen für die nächste Generation am Zenit. „Die hohen Steuern und Abgaben sind ein Hemmschuh für die Wirtschaft in Österreich. Unser Staat kann locker eine gewisse Verschlankung erfahren - ohne, dass dabei die Leistungen für die Bürger drastisch beschnitten werden müssten. Transparenz, Effizienz und die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten sind Gebote der Stunde“, so Gfrerer und Sommeregger.

Beide Jungunternehmerorganisationen fordern, die Summe der Belastungen auf ein halbes Jahr zu reduzieren. Das konkrete Ziel heißt somit: Tax Freedom Day am 30. Juni: „Halbe-halbe ist genug, nehmen wir uns ein Beispiel an anderen Ländern“, ist das Duo überzeugt. Um das möglich zu machen, müsste aber zuerst an der Ausgaben-Schraube im Budget gedreht werden. Wesentlicher Handlungsbedarf bestehe laut Gfrerer und Sommeregger dabei vor allem auch im Bereich der Bürokratie und in der überbordenden Verwaltung, die sich Österreich leistet. Dies hat direkte Konsequenzen für die Unternehmer. Bei vielen Betrieben gehen 15 Prozent und mehr des Umsatzes für Verwaltungsaufwand drauf, eine enorme Belastung, besonders für Kleinstunternehmer.

Österreich habe kein einnahmenseitiges, sondern ein ausgabenseitiges Problem. Deshalb formulieren sie auch ein klares „Nein“ zu neuen Belastungen und Steuern. Stattdessen: „Ziel muss es sein, die Abgabenquote auf unter 40 Prozent zu reduzieren. Es wird den Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern laufend abverlangt, effizienter zu wirtschaften - das kann man auch vom staatlichen System verlangen. An der Frage der Abgabenquote entscheidet sich die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und damit der Wohlstand der kommenden Generationen“ meinen Gfrerer und Sommeregger.

Um den Tax Freedom Day auch symbolisch zu unterstreichen, wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Kuchen an die Politiker und Entscheidungsträger in Kärnten überreicht – zumindest ein kleines Stück vom Kuchen, jenes Stück, dass auch den (Jung-)Unternehmern bleibt.

Statement Paul Sommeregger:
„Uns Unternehmer kostet ein Mitarbeiter durchschnittlich 51.000 Euro pro Jahr. Das entspricht einem Bruttolohn von 39.100 (2790 Euro/Monat). Davon bleiben dem Mitarbeiter als Auszahlungsbetrag netto nur 27.200 Euro (1900 Euro/Monat + 2 x 2200 Euro für Urlaubs- und Weihnachtsgeld) übrig. Was diese Rechnung aber nicht berücksichtigt, sind die indirekten Steuern, wie u.a. Mehrwertsteuer, Normverbrauchsabgabe, Flugabgabe, Hundeabgabe, Biersteuer uvm. Berücksichtigt man auch diese, bleiben meinem Mitarbeiter im Schnitt nur 19.300 Euro (1.380 Euro/Monat), bei Gesamtkosten von 51.000 Euro für das Unternehmen wohlgemerkt, was man auch als ‚nettonetto‘ bezeichnen könnte. Ich denke der Staat holt sich hier wesentlich mehr als notwendig.“

Statement Marc Gfrerer:
„Wir sagen ganz klar ‚Nein‘ zu neuen Belastungen und Steuern. Ziel muss es sein, die Abgabenquote auf unter 40 Prozent zu reduzieren. Es wird den Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern laufend abverlangt, effizienter zu wirtschaften - das kann man auch vom staatlichen System verlangen.“

Faktenbox: Österreich liegt mit einer Abgabenquote von 42,4 Prozent im EU-Vergleich weiterhin auf dem fünftschlechtesten Platz. Mehr Abgaben bezahlt man derzeit nur in Frankreich, Italien, Deutschland und Belgien. Laut OECD gehen in Österreich 47,4 Prozent der gesamten Lohnkosten bei einem alleinstehenden Durchschnittsverdiener an die Finanz und die Sozialversicherung.


Rückfragen:
MMag. Melanie Jann
Geschäftsführerin Junge Wirtschaft Kärnten
T 0676 885 868 740
E melanie.jann@wkk.or.at

oder

Gilbert Waldner
Industriellenvereinigung Kärnten
T 0463 566 15 16
E gilbert.waldner@iv.at

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