Innovieren in der digitalen Welt

Innovationsgespräche Süd von Steiermark und Kärnten ganz im Zeichen der Kooperation der Regionen. Silicon Alps Cluster ist gut am Weg.

Bildtext: Michael Hofbaur, Heinz Moitzi, Oliver Gassmann, Georg Knill, Claudia Mischensky, Gaby Schaunig, Jochen Pildner-Steinburg, Werner Scherf, Wolfgang Pribyl

Kooperation der Regionen. Silicon Alps Cluster ist gut am Weg.

Mit dem Silicon Alps Cluster von Steiermark und Kärnten hat die Forschungsregion Süd schon viel an Vorarbeit geleistet. Er bündelt das Stärkefeld aus Wirtschaft und Forschung im Bereich Elektronik/Mikroelektronik. Jochen Pildner-Steinburg, der Vorsitzende der Innoregio Süd, forderte daher bei den Innovationsgesprächen am Dienstag in Feldkirchen bei Graz eine weitere Forcierung des Themenschwerpunkts Elektronik/Mikroelektronik im Süden Österreichs. Heinz Moitzi, COO des Clustermitglieds AT&S Austria Technologie und Systemtechnik AG, dem größten Leiterplattenhersteller Europas, lieferte die Fakten.

Steiermark und Kärnten beherbergen:

  • drei extrem forschungsstarke Weltmarktführer in der Mikroelektronik: Infineon Technologies Austria AG, ams AG und NXP Semiconductors Austria GmbH
  • sein Unternehmen AT&S Austria Technologie und Systemtechnik AG ist weltweit führend in der Verbindungselektronik
  • international wettbewerbsfähige Elektronik-Fertigungen und Infrastrukturhersteller: Flextronics International GmbH, SVI Austria GmbH, Epcos OHG A Group Company of TDK , Wild Elektronik und Kunststoff GmbH & CoKG, Ortner Reinraumtechnik GmbH uvm.
  • ein weltweiter RFID Hotspot
  • innovative Anwender wie unter anderem AVL List GmbH, Automotive- und Medizintechnik-Zulieferer

Kärntens LHStv. Gaby Schaunig lobte die Zusammenarbeit der beiden Länder beim Silicon Alps Cluster und dankte allen beteiligten Unternehmen. Außerdem erinnerte sie daran, dass die Geburtsstunde des Clusters ein informeller Austausch vor zwei Jahren im Rahmen der Innovationsgespräche gewesen sei.

​Gewinner der Digitalisierung

Der Präsident der IV-Steiermark, Georg Knill, lieferte den Vorspann für das zentrale Thema der diesjährigen Innovationsgespräche Süd. Er formulierte die Vision, dass Steiermark und Kärnten Gewinner der Digitalisierung werden und war sich mit IV-Kärnten-Geschäftsführerin Claudia Mischensky einig, dass dies nur in Kooperation zu schaffen sei.

Keynote-Speaker Oliver Gassmann von der Uni St. Gallen schilderte nicht nur unzählige Beispiele, wie die Digitalisierung immer stärker alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft durchdringe, er versuchte den anwesenden Unternehmern auch die Angst vor der Digitalisierung zu nehmen. Es brauche nicht immer den großen Wurf, das völlige Umkrempeln sämtlicher Geschäftsmodelle. Gerade traditionelle mittlere Unternehmen „ohne IT-DNA“ sollten digitale Geschäftsmodelle zunächst in kleinen Insellösungen ausprobieren, die auch mal scheitern dürfen. Denn Marktapplikationen könne man nur im Realen testen, man könne sie nicht mit Businessplan und Excel-Tabelle vorhersagen. Sein Institut für Technologiemanagement in St. Gallen hat übrigens auf www.bmilab.com beispielhaft 55 der gängigsten Digitalisierungsmodelle beschrieben. Eine wertvolle Hilfe und Vorbereitung für eigene Experimente, wie Gassmann betonte. In der anschließenden Diskussion, die wie der gesamte Nachmittag und Abend von Werner Scherf, Vorstand des Kärntner Forschungszentrums Carinthian Tech Research geleitet wurde, stachen vor allem zwei Themen hervor: die Behinderung der Digitalisierung durch überbordende staatliche Regulierung in Europa und die Notwendigkeit, das Bildungssystem an die neuen Anforderungen anzupassen.
 

Mensch und Roboter

Wolfgang Pribyl und Michael Hofbaur berichteten über den Sprung des steirischen Forschungszentrums Joanneum Research nach Kärnten, wo im Vorjahr ein Institut für „Robotics“ im Klagenfurter Lakesidepark installiert wurde. Das Land Kärnten hat sich zu diesem Zweck bei Joanneum beteiligt. Roboter seien das wesentliche Werkzeug für die Umsetzung der Digitalisierung. Bei Joanneum beschäftige man sich mit speziellen Anwendungen in der Robotik, darüber hinaus aber auch mit der Kollaboration von Roboter und Mensch sowie den damit verbundenen Sicherheitsfragen.

 

 

 

IV-IconVerwandte Themen


IV-News

Investitionen in Kärntens Zukunft

IV-Kärnten-Präsident Christoph Kulterer begrüßt Regierungsbeschluss zur Basisfinanzierung von Kärntner Forschungseinricht...

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie

IV Kärnten begrüßt Breitband-Initiative

Investitionen in schnelles Internet Grundvoraussetzung für Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Im Breitband-Masterplan...

Forschung, Technologie und Innovation

IV-Südachse fordert Strategie zu Industrie 4.0

Die Präsidenten Jochen Pildner-Steinburg (IV Steiermark) und Christoph Kulterer (IV Kärnten) übergeben den für Forschung ...

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie

Kärnten rutscht im Forschungs-Ranking ab

Trotz leichter Verbesserung der Forschungsquote fällt Kärnten im Bundesländerranking zurück. IV fordert: Innovationsanstr...

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie

Starke Forschungsachse Süd

Joanneum Research im Klagenfurter Lakesidepark: IV Kärnten höchst erfreut über weitere Intensivierung der Forschungskoope...

Internationale Beziehungen

Sommerabend mit Abraham Lincoln

IV-Kärnten-Präsident Christoph Kulterer fordert Steuerentlastung und argumentiert mit einem der einflussreichsten amerika...

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen
iv-positionen Bild