Forschung: Kärnten auf der Überholspur

Mit einer Forschungsquote von 3,15 Prozent im Jahr 2015 hat sich Kärnten gegenüber 2013 im Bundesländervergleich wieder um einen Platz auf Rang vier verbessert. Mehr als drei Viertel der Forschungsmillionen werden von den Unternehmen aufgebracht.

Forschung, Technologie und Innovation
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„Die Industrie ist der Motor der Forschung in Kärnten“, fasst IV-Kärnten-Geschäftsführerin Claudia Mischensky die jüngsten Daten von Joanneum Research und Statistik Austria zusammen. Von den im Jahr 2015 insgesamt rund 623 Mio. Euro gehen 75,2 Prozent in die experimentelle Entwicklung, die ausschließlich von Betrieben und hier wiederum zum größten Teil von der Industrie aufgewendet werden, um neue oder wesentlich verbesserte Materialien, Vorrichtungen, Produkte, Verfahren oder Systeme zu entwickeln. Mit diesem Anteil liege Kärnten im Bundesländervergleich an erster Stelle, freut sich Mischensky. Dabei handle es sich um die am stärksten praxisnahe Forschung.

Auch bei den 20,2 Prozent der angewandten Forschung mische die Industrie noch ordentlich mit. Einzig bei der Grundlagenforschung, wohin nur 4,6 Prozent der Mittel investiert werden, sei die Industrie weniger präsent, so Mischensky. Da liege Kärnten allerdings im Bundesländervergleich nur an vorletzter Stelle. Diese dritte Art der Forschung sei zum Großteil von Unis getrieben.

Kärnten auf Platz 4!

Bei der Forschungsquote insgesamt habe sich Kärnten mit seinen im Jahr 2015 3,15 Prozent Anteil der Forschungsausgaben am regionalen BIP gegenüber 2013 (2,87 Prozent) deutlich verbessert. An der Spitze liege hier nach wie vor die Steiermark (5,16 Prozent) vor Wien (3,66 Prozent) und Oberösterreich (3,18 Prozent). Tirol platziere sich mit seinen 3,14 Prozent nur ganz knapp hinter Kärnten auf Rang fünf. Die Statistik Austria habe Österreich diesmal auch in drei große Forschungsregionen aufgeteilt und für diese gesondert Werte ausgewiesen. Da liege die Forschungsregion Süd mit Steiermark und Kärnten, die erst kürzlich mit gemeinsamen Projekten wie Silicon Alps und Silicon Austria aufhorchen habe lassen, auf Platz eins. Hier betrage die Forschungsquote 4,55 Prozent. In der Region Ost (Wien, NÖ, Burgenland) weise man einen Wert von 2,83 Prozent aus, die Region West (OÖ, Salzburg, Tirol, Vorarlberg) einen von 2,69 Prozent.

Mehr Breite in der Forschung!

In Kärnten waren im Jahr 2015 übrigens insgesamt 3.455 Mitarbeiter in 229 „durchführenden Erhebungseinheiten“ tätig. Da sieht Mischensky Aufholbedarf. Während in Kärnten durchaus sehr viel Geld in die Spitzenforschung investiert werde, fehle es an der Breite der Basis von forschenden Betrieben. Diese zu vergrößern, müsse Hauptziel der zukünftigen Innovationspolitik sein. Projekte wie die Silicon Austria Labs, das neue Elektronik-Forschungszentrum, mit starkem Kärnten-Schwerpunkt, seien ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

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Gilbert Waldner

Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur, Innovation, Industriellenvereinigung Kärnten

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