Sommerabend mit Abraham Lincoln

IV-Kärnten-Präsident Christoph Kulterer fordert Steuerentlastung und argumentiert mit einem der einflussreichsten amerikanischen Präsidenten. IV-Kärnten-Bildungsspezialist Paul Wieser nach 37 Jahren in die Pension verabschiedet.

„Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn Ihr die Starken schwächt“, zitierte Christoph Kulterer, Präsident der IV Kärnten, Abraham Lincoln. Der 16. Präsident der Vereinigten Staaten sei nicht nur durch seinen Kampf gegen die Sklaverei in die Geschichte eingegangen, sondern auch durch seine Weichenstellungen für einen modernen Industriestaat, erinnerte Kulterer beim Sommerempfang im wunderschönen Ambiente des Stifts St. Georgen am Längssee. Genau diesen Industriestandort sieht er aber durch das österreichische Steuersystem in Gefahr. Mit einer Abgabenquote von 45 Prozent belege Österreich bereits einen Spitzenplatz. Der Staat habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem.

Er erteilte den Klassenkämpfern und Umverteilern eine klare Absage, als er Lincoln gleich noch einmal zitierte: „Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem Ihr die ruiniert, die ihn bezahlen. Bereits heute würden die obersten 20 Prozent der am besten Verdienenden drei Viertel der gesamten Lohn- und Einkommenssteuer zahlen. Das führe auch dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich kaum in einem anderen Land so gering aufgehe wie hier. Vermögenssteuern, so Kulterer, seien daher keine ökonomisch, sondern eine ideologisch motivierte Abgabe, sprach er vielen der etwa 350 Mitglieder und Gäste der IV aus der Seele. Ein großer Teil der Vermögen von österreichischen mittelständischen Unternehmen sei investiert oder diene der Sicherheit für betriebliche Investitionen.

Abgabenquote senken!

Kulterer forderte eine deutliche Senkung der Abgabenquote durch Entlastung des Faktors Arbeit, außerdem eine radikale Vereinfachung des Steuersystems. Gegenfinanzieren könne man das durch eine umfassende und mutige Reform in den Bereichen Pensionen, Gesundheit, Verwaltung, Förderungen und Subventionen. Da ergebe sich ein Handlungsspielraum von insgesamt rund 12 Mrd. Euro. Im Stift St. Georgen, der Heimat des von Bischof Alois Schwarz hier eingerichteten Wirtschaftsethik-Instituts (WEISS), bekannte sich Kulterer bewusst zu Fairness und Verantwortung. Man müsse aber auch immer das Umfeld bedenken. Denn wer Wohlstand und soziale Sicherheit erhalten wolle, könne nur das fair verteilen, was zuerst redlich verdient worden sei.

Danke Paul Wieser!

Anschließend wurde Paul Wieser, unter vielem anderen auch Bildungsexperte der IV Kärnten, nach fast vier Jahrzehnten unermüdlichem Einsatz von Wegbegleitern und Mitgliedern in den Ruhestand verabschiedet. „Er geht mit 65 Jahren“, meinte Christoph Kulterer, „würden das alle tun, hätten wir kein Problem mit unserem Pensionssystem.“ Er bedankte sich im Namen aller bei Wieser und erinnerte sich: „Es war Paul Wieser, der mich seinerzeit zur Jungen Industrie gebracht hat.“

BU: Alexander Bouvier (Treibacher Industrie), Erich Dörflinger (Flextronics), Claudia Mischensky (IV Kärnten), Paul Wieser (IV Kärnten), Bischof Alois Schwarz, Claudia Kulterer, Christoph Kulterer (IV-Kärnten-Präsident), LH Peter Kaiser, Sabine Herlitschka (Infineon), Martin Kropfitsch (Kärnten Mühle), Horst Jöbstl (Schwing), Oliver Zlamal (KMF Maschinenfabriken)


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