Kärntner Industrie hält sich weiter gut

Großen exportstarken Betrieben geht es tendenziell besser als dem Mittelstand. Im unsicheren Umfeld ist derzeit Abwarten angesagt. Fokus auf Industrie und Technologie richten!

Geschäftsentwicklung negativ

„Große exportstarke Unternehmen beurteilen derzeit die Geschäftslage besser als der Mittelstand“, fasst Claudia Mischensky, Geschäftsführerin der IV Kärnten die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage (2. Quartal 2016) zusammen. Insgesamt müsse man angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, das durch die Brexit-Entscheidung noch unsicherer geworden sei, aber zufrieden sein. Über die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) melden gute Auslandsaufträge. Damit lägen die Einschätzungen hier erneut deutlich besser als für die Aufträge insgesamt, die nur 44 Prozent als gut bezeichnen. In allen anderen Bereichen dominiere Vorsicht und Abwarten. Egal, ob Produktion, Beschäftigung, Verkaufspreise oder Erträge, überall traut man sich gerade ein „gleichbleibend“ zu. Das betrifft übrigens auch die Einschätzung für die Geschäftslage in einem halben Jahr.

Branchen ziemlich einheitlich

„Die Entwicklung der Branchen zeigt ein ähnliches Bild wie in den letzten Quartalen“, so Mischensky weiter. Positive Rückmeldungen kämen weiter aus der Elektro-/Elektronikbranche, aus der Chemie und der Holzindustrie. Auch Kärntens stärkste Industriesparte, die Maschinen- und Metallindustrie blicke – mit kleinen Abstrichen bei der Ertragslage – wieder optimistischer in die Zukunft. Mit großen Problemen habe aber nach wie vor die Nahrungs- und Genussmittelindustrie zu kämpfen. Nicht nur die Russlandsanktionen drücken auf die Exportbilanz, auch die Ertragslage leide.

Fokus auf Industrie und Technologie

Mischensky fordert auch auf Ebene des Bundeslands mehr Industriegesinnung und politisches Commitment zum Standort. Jüngste Daten würden deutlich zeigen, wo das Bundesland seine Hausaufgaben zu machen habe: Beim Anteil der Öffentlichen Verwaltung und der Sozialversicherung an der Beschäftigung liege Kärnten mit einem Wert von 18,3 Prozent weit über dem Bundesschnitt von 16 Prozent. Außerdem habe Kärnten mit 11,7 Prozent aber auch den höchsten Anteil an geringfügig Beschäftigten in Österreich, während das industriedominierte Oberösterreich hier nur einen Wert von 8,9 Prozent ausweise. Mischensky forderte ein längst fälliges neues technologie- und innovationsorientiertes Leitbild für Kärnten ein. Nur so werde man langfristig mehr gut bezahlte Arbeitsplätze für Vollzeitbeschäftigte sichern können. 

 

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Gilbert Waldner

Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur, Innovation, Industriellenvereinigung Kärnten

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