Kärntner Industrie im Aufschwung

Seit zwei Jahren waren die Produktionserwartungen nicht mehr so optimistisch wie in diesem Frühjahr. Die Kärntner Industrie nimmt wieder mehr neue Mitarbeiter auf

Geschäftsentwicklung, Konjunktur

Eine derart positive Konjunkturentwicklung hatten wir schon lange nicht mehr“, freut sich IV-Kärnten-Präsident Christoph Kulterer in einer Aussendung. Mehr als ein Drittel der im ersten Quartal 2017 befragten Unternehmen rechnen mit Produktionssteigerungen, nur drei Prozent mit einem Rückgang. 19 Prozent der Betriebe wollen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Auch die Auftragsentwicklung ist überaus positiv: 60 Prozent der Unternehmen melden mehr Auslandsaufträge als zuletzt. Aber auch im Inland zieht die Konjunktur an. Die Auftragslage insgesamt liegt nur knapp dahinter bei 57 Prozent. So positive Werte hatte die Kärntner Industrie zuletzt im Frühjahr 2014. Laut Kulterer decke sich das durchaus mit den Erhebungen des AMS, wo immer mehr offene Stellen im produzierenden Bereich registriert werden und die Arbeitslosigkeit zurückgehe. Die Kehrseite der Medaille sei jedoch der zunehmende Bedarf an Fachkräften.

Entwicklung der Branchen

Die Branchenentwicklung ist ziemlich einheitlich. Die Elektro-/Elektronikindustrie meldet einen wahren Auftragsboom. Durchwegs positiv sind die Beurteilungen der Holzindustrie. Nach längerer Durststrecke ist auch die Stein- und Keramikbranche, die eng mit dem Bau zusammenhängt, wieder deutlich im Aufwind. Ein wenig vorsichtiger sind die Einschätzungen noch bei Kärntens stärkster Branche, der Maschinen- und Metallindustrie. Da dominieren noch die Mittelwerte. Auftragslage und Produktion sind aber deutlich im Plus. Etwas weniger gut läuft es in der Chemie, wo die Auslandsaufträge signifikant besser liegen als jene im Inland. Der massive Konkurrenzdruck sorgt hier in einigen Bereichen für wenig Freude über die zu erzielenden Verkaufspreise. Nach wie vor sehr schwer tut sich die Nahrungs- und Genussmittelbranche mit weiter sinkenden Auslandsaufträgen und einer sehr problematischen Ertragssituation.
Kulterer hofft jedenfalls, dass geopolitische Verwerfungen wie Brexit oder der angekündigte US-Protektionismus sowie hausgemachte Investitionsverhinderungsinstrumente wie die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen dritte Piste des Flughafens Wien den Konjunkturaufschwung nicht mehr einbremsen. 

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Gilbert Waldner

Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur, Innovation, Industriellenvereinigung Kärnten

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E   gilbert.waldner@iv.at

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