„Bilder und Gedanken sind wirkmächtig“

Gegen die allgemeine Corona-Depression setzt die IV Kärnten ihren Neujahrsauftakt unter das Motto „Zurück in die Zukunftsbegeisterung“ von Keynote-Speakerin Aileen Moeck. Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmer arbeiten an der großen Transformation.

Timo Springer, Claudia Mischensky, Uwe Sommersguter, hinten das Ehepaar Virgolini von Stereo Media

„Jemand hat es sich vorgestellt. Dann hat es jemand gebaut, und jetzt ist es Teil der echten Welt“, zitiert die Berliner Zukunftsforscherin Aileen Moeck, die viel mit Kindern an Zukunftsvisionen arbeitet, den bekannten Architekten Bjarke Ingels. Ihr Appell beim virtuellen Neujahrsauftakt der IV Kärnten am 4. Feber 2021, selbst etwas beizutragen, um die Zukunft zu gestalten, verhallte nicht ungehört.

Plötzlich gewannen die Mitdiskutanten sogar der Corona-Krise auch positive Seiten ab. Sie habe gezeigt, wie anpassungsfähig wir sind, meinte IV-Kärnten-Präsident Timo Springer. Blitzschnell habe man die interne Kommunikation auf Videokonferenzen umgestellt und damit sogar die Effizienz erhöht. Digitalisierung sei – so sein Learning im eigenen Unternehmen, der Springer Maschinenfabrik – eine Reise, die man Schritt für Schritt unternehmen müsse und in der man viel Trial & Error-Erfahrungen mache. Selbst im Scheitern lerne man noch.

In die digitale Zukunft katapultiert
Infineon-Technology-Austria-Chefin Sabine Herlitschka spricht von einer „unglaublichen Kraft“, die uns regelrecht in die digitale Zukunft katapultiert hätte. Das Gerede vom verlorenen Schuljahr könne sie nicht hören. Trotz aller Fehler und Probleme hätten sowohl Eltern als auch Kinder in der Pandemie viel gelernt. Und sie geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn sie meint, dass man bewusst Situationen suchen solle, die Bewältigungserfahrungen schaffen.

Das passte sehr gut zu dem, was Aileen Moeck vorher schon über die Zukunft ausgeführt hatte: Sie meinte: „Die Zukunft ist ein Raum, der schon heute um uns ist. Jede (auch noch so kleine) Entscheidung heute, hat Einfluss auf morgen.“ Der Weg in die Zukunft sei außerdem nicht linear, also mitunter schwer planbar. Planungen, Szenarien, Visionen, das alles helfe die eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Vorstellungskräfte zu aktivieren. Der Wandel sei aber eben nicht nur ein technologischer, sondern auch eine sozio-kultureller.

Die große Transformation
Insofern bildeten die negativen Utopien der beiden Autoren Sibylle Berg und Marc-Uwe Kling, die der Klagenfurter Schauspieler Markus Achatz zu Beginn des Neujahrsauftakts gelesen hatte, einen deutlichen Kontrast zu der positiv menschlichen Vision Moecks, die ihre Welt sowohl grün als auch sozial und technologisch denkt und uns in einem Zeitalter der großen Transformation wähnt. „Bilder und Gedanken sind wirkmächtig. Sie haben die Kraft, das Gehirn, den Menschen und damit die Welt zu verändern,“ erklärt sie.

Sabine Herlitschka forderte ihre Mitdiskutanten und alle, die den Livestream zu Hause an den Computern mitverfolgten, auf, genauer auf die positive Transformation hinzusehen. Die EU habe in der Krise mit allen Mitgliedsländern ein Riesen-Budget gestemmt: den Haushalt, den Recovery-Plan und ein um 30 Prozent erhöhtes Forschungsbudget. Sie verwies auf den ambitionierten „Green Deal“ und auf die Impfstoffentwicklung, die ein Erfolg europäischer Grundlagenforschung sei. Nicht zuletzt nannte sie das eigene Unternehmen, Infineon Technologies Austria und die Großinvestition in die neue vollautomatische Chipfabrik, die nun sogar früher in Betrieb gehen soll.

Humans in the Digital Age
Auch Uni-Klagenfurt-Rektor Oliver Vitouch brach eine Lanze für die Grundlagenforschung: „Wir brauchen Wissenschaft und Forschung, um die Zukunft bewältigbar zu machen“, resümierte er. Und auch er sieht die Zukunft umfassend. mit dem Initiativschwerpunkt der Uni Klagenfurt zu „Humans in the Digital Age“ sollen ja gerade auch die ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aspekte der digitalen Revolution mitentwickelt werden.

Christina Hirschl von den Silicon Austria Labs, einem angewandten Forschungszentrum, das sich mit Sensoren, also den Sinnesorganen der digitalen Welt beschäftigt, möchte viel bewegen. Die digitale Zukunft brauche die Hardware, die Sensoren. Etwa in Fahrassistenzsystemen aber auch in Schutzmasken, um sie sicherer zu machen. Die Zukunft werde Quantensensoren bringen, die z.B. den Vitamin-C-Gehalt von Orangensaft in Echtzeit messen können.

Landespolitik zieht mit
Auch Landeshauptmann Peter Kaiser und Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig steuerten in ihren Begrüßungsworten positive Beiträge zur Gestaltung von Kärntens Zukunft bei. Kaiser sprach die Schwerpunktsetzungen im Landesbudget an, die etwa den Stabilisierungsfonds des KWF ermöglicht haben. Schuschnig freute sich über die hohe Beteiligung von Kärntner Unternehmen am Bundes-Instrument der Investitionsprämie. 115 Mio. Euro an Förderungen lösen hier Investitionen von 1,55 Mrd. Euro aus. Außerdem lobte er den von der IV Kärnten initiierten und von seinem Referat mit hochkarätigen überregionalen Experten besetzten Thinktank, der die Landesregierung beim Themensetting am Weg aus der Krise unterstützen soll.

Der Abend wurde von Uwe Sommersguter, Ressortleiter Wirtschaft der Kleinen Zeitung Kärnten, moderiert und von der Stereo Media Veranstaltungstechnik technisch begleitet.

Zum Nachsehen hier der Link  zur Videoaufzeichnung
Präsentation Aileen Moeck:   Handout Keynote_zurück zur Zukunftsbegeisterung.pdf (17,6 MB)

Kontakt

Gilbert Waldner

Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur, Innovation, Industriellenvereinigung Kärnten

T +43 463 56615 16
gilbert.waldner@iv.at


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