Gelungener Strukturwandel

IV-Kärnten-Präsident Timo Springer stellt der Ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Margarete Schramböck, den erfolgreichen Industriestandort Kärnten vor und ersucht um Unterstützung beim Ausbau der digitalen Infrastruktur.

IV-Kärnten-Präsident Timo Springer, BM Margarete Schramböck, WK-Kärnten-Präsident Jürgen Mandl

 

Nach einem gelungenen Strukturwandel weise Kärnten mit 17 Prozent den höchsten Anteil an Hightech-Beschäftigten österreichweit auf, die Industrie schaffe direkt und indirekt 54 Prozent der Bruttowertschöpfung des Landes und gebe der Hälfte aller Beschäftigten Arbeit, so Springer bei einer Pressekonferenz mit Bundesministerin Margarete Schramböck und Wirtschaftskammer-Kärnten-Präsident Jürgen Mandl in der Orangerie der WK Kärnten. Mit Initiativen wie dem Silicon Alps Cluster und den Silicon Austria Labs – gemeinsam mit Oberösterreich und der Steiermark – sowie dem Robotics-Institut in Kooperation mit Joanneum Research verfolge Kärnten eine klare Strategie, die allerdings in Sachen Digitalisierung noch fehle, mahnte Springer. Vorarbeiten seien in einem Arbeitskreis der BABEG (Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft) im Gange.

Für ganz wesentlich hält Springer aber auch den Breitband-Ausbau. Bei der Planung sei Kärnten mit den Breitband-Masterplänen der Gemeinden schon sehr weit, die budgetierten Investitionen seien aber EU-beihilfenrechtlich ein Problem. Außerdem brauche Österreich und Kärnten dringend einen aktuellen und verpflichtenden Breitband-Kataster, um den tatsächlichen Ausbaustand zu dokumentieren und das Schließen von Lücken zu erleichtern. Bundesministerin Margarete Schramböck ist das durchaus bewusst. Sie sei hier mit ihrem für den Ausbau zuständigen Kollegen Norbert Hofer im engen Kontakt und versprach Verbesserungen.

Lehre neu mit digitalen Kompetenzen

Österreichs Wirtschaft läuft gut und wächst stärker als Deutschland oder der Euroraum. Damit das so bleibt, ist für die Bundesministerin die Sicherung des Fachkräftenachwuchses besonders wichtig. So lässt sie im Augenblick rund 200 Lehrberufsbilder überarbeiten, aktualisieren und, wenn notwendig, neu entwerfen. Aus dem traditionellen Maurer werde etwa ein „Hochbauspezialist“, der das traditionelle Handwerk und modernste digitale Kompetenz in sich vereint. Oder aus dem Fahrradmechaniker ein Fahrradmechatroniker, dessen Ausbildung aktuellen Trends wie E-Bikes, Scooter oder Hoverboards Rechnung trägt.

Die Lehre als erfolgreiche Ausbildungsform habe in den vergangenen Jahren eine Trendwende durchgemacht, in Kärnten sei beispielsweise die Zahl der Lehranfänger in den Betrieben im vergangenen Jahr um neun Prozent gestiegen, während jene in überbetrieblichen Ausbildungsstätten um 27 Prozent zurückgegangen sei. Diesen Erfolgskurs will Schramböck halten: „Unser Ziel ist es, rund 10.000 junge Asylberechtigte und die heute noch in überbetrieblicher Ausbildung stehenden etwa 8.000 Jugendlichen in die reguläre Lehrausbildung einzugliedern - das ist besser für ihr Leben und besser für den Standort.“

Digital Austria Day

Um die Notwendigkeit für digitale Aus- und Weiterbildung breit in der Bevölkerung zu verankern, dient der „Digital Austria Day“ am 22. Oktober, an dem 1000 österreichische Unternehmen ihre Tore öffnen und digitale Anwendungen zeigen werden. Für Leitbetriebe und KMU gemeinsam werden auch digitale „Bootcamps“ veranstaltet und die „KMU digital“-Initiative fortgesetzt, kündigte Schramböck an: „98,8 Prozent der österreichischen Betriebe sind KMU. Nur gemeinsam werden wir als Standort erfolgreich sein.“

Tag der Arbeitgeber

WK-Kärnten-Präsident Jürgen Mandl ist stolz auf die Leistungen der Unternehmer im Land. Am Vorabend des von der Wirtschaftskammer seit sieben Jahren propagierten „Tags der Arbeitgeber“ betonte er, dass risikobereite Menschen wichtig für die Prosperität im Land seien. In Sachen Digitalisierung appelliert er an die Geschlossenheit als Erfolgsfaktor: „Es wird entscheidend sein, dass wir alle Unternehmensgrößen auf die digitale Reise mitnehmen. Dabei darf es keine Überraschungen geben, die eine Disruption mit sich bringen, die uns allen wehtut.“ Um das zu vermeiden, hat sich auch Kärnten an der Ausschreibung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft für einen Digital Innovation Hub beworben – gemeinsam mit BABEG, Joanneum Research, Lakeside Labs sowie Universität und Fachhochschule.

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