Leistung zwischen den Generationen neu gedacht

Leistung ist für Unternehmen unverzichtbar und lässt sich gleichzeitig immer weniger allein an Anwesenheit und Arbeitszeit festmachen. Ergebnis und Qualität, Eigenverantwortung, individuelle Leistungsbereitschaft, Selbstwirksamkeit und der Beitrag zum Team rücken stärker in den Mittelpunkt. Selbstwirksamkeit sei auch eine Frage der Würde, betont etwa Astrid Körner. Die future minds^ machten deutlich: Junge leistungsorientierte Menschen wollen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich entwickeln. Wenn Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten hingegen ausbleiben, kann ein Jobwechsel zur Konsequenz werden. Gleichzeitig erwarten sie Vertrauen und emotionale Sicherheit, zeitnahes Feedback und die angemessene Anerkennung von Leistung – auch finanziell.

In der Runde der etablierten Führungskräfte diskutierten Timo Springer (Präsident IV Kärnten und Geschäftsführer Springer Maschinenfabrik), Uta Kogler-Maier (Vorständin Raiffeisen Landesbank Kärnten), Astrid Körner (Rektorin Diakonie de La Tour) und Walter Gigacher (Managing Director Microporous).Die Perspektive der nächsten Generation brachten die future minds^ Katharina Leitsberger (Projektentwicklung und -management KWF), Mario Liegl (Verfahrenstechnik Treibacher Industrie AG), Katrin Preßlauer (Team Lead Digitales Marketing Sto) und Nico Steinhauser (Emerging Talent Acquisition Infineon Technologies Austria) ein.

Von Arbeitszeit und Feedback bis KI

Besonders zeigten sich die veränderten Anforderungen der Mitarbeiter:innen bei der Diskussion zum Spanungsverhältnis von Zeit und Ergebnis. Wenn dieselbe Leistung mit neuen Technologien schneller erbracht werden kann, wie wird sie dann bewertet? Die Diskussion um KI führte unmittelbar zur Frage, wem Produktivitätsgewinne zugutekommen – und wie junge Menschen künftig Erfahrung sammeln, wenn KI zunehmend klassische Einstiegsaufgaben übernimmt. Auch Feedback erwies sich als zentrales Thema. Gerade eine dynamische Arbeitswelt braucht häufigere und konkretere Rückmeldung als das klassische jährliche Mitarbeitergespräch.

Und noch etwas wurde deutlich: Ein leistungsfähiges Unternehmen besteht nicht ausschließlich aus High Performern. Unterschiedliche Stärken und Beiträge machen – sofern Fairness gewahrt und durch gute Führung gesichert wird – ein Team stark. So hieß es am Ende: „Das Team macht uns stark und Arbeit darf auch Spaß machen.“

Leistung gemeinsam weiterdenken

Der Dialog zeigte vor allem eines: Die Generationen liegen nicht so weit auseinander. Leistung wird von beiden Seiten als Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmen gesehen. Klar unterschiedlich sind zum Teil die Vorstellungen darüber, wie sie ermöglicht, gemessen und honoriert werden soll. Damit wird aus der vermeintlichen Generationenfrage „Wollen Junge noch leisten?“ eine Unternehmensfrage: Wie gestalten wir Führung, Arbeit und Organisation so, dass Menschen unterschiedlicher Generationen leistungsfähig und leistungsbereit bleiben?

Moderiert wurde der Generationendialog von Iris Straßer, Geschäftsführerin von VZ, und Martin Straßer, Leiter der future minds^. Das dreistufige Format – zunächst die Perspektive der etablierten Führungskräfte, danach jene der future minds^ und schließlich die gemeinsame Diskussion unter Einbindung des Publikums – machte unterschiedliche Sichtweisen sichtbar und führte sie gut zusammen.