HTLs und Industrie stärken gemeinsam den Innovationsstandort Kärnten

Bereits zum neunten Mal fand das „Forum Industrie und HTL“ organisiert von der Industriellenvereinigung Kärnten statt. Die Veranstaltung bringt die fünf Kärntner HTLs sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kärntner Industriebetrieben zusammen und bietet damit eine wichtige Plattform für Austausch, Kooperation und Innovation. Ziel des Forums ist es, die enge Vernetzung zwischen technischer Ausbildung und Industrie weiter auszubauen und so in weiterer Folge junge Talente frühzeitig mit den Anforderungen und Chancen der Industrie in Kontakt zu bringen.
IV-Kärnten-Präsident Timo Springer betonte in seiner Eröffnungsrede die große Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Industrie und technischen Ausbildungsstätten angesichts der aktuellen demografischen Entwicklungen: „Unsere Gesellschaft altert, das Arbeitskräfteangebot schrumpft und in den kommenden Jahren werden deutlich mehr Menschen in Pension gehen, als junge Menschen neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Umso wichtiger ist es, heute die richtigen Weichen für morgen zu stellen.“ Die Kärntner HTLs seien dabei unverzichtbare Partner der Industrie. „Viele Unternehmen setzen gezielt auf Absolventinnen und Absolventen der HTLs, weil sie fundiertes technisches Wissen, Praxisnähe und Innovationsgeist mitbringen. Damit leisten die Schulen einen wesentlichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit unseres Industriestandortes“, so Springer.
Kontinuierlicher Dialog
Neben dem technischen Fachwissen würden auch soziale und persönliche Kompetenzen immer wichtiger. Teamfähigkeit, Eigeninitiative, Kommunikationsstärke sowie lösungsorientiertes Denken seien entscheidende Voraussetzungen in einer zunehmend digitalisierten und technologiegetriebenen Arbeitswelt. „Nur durch den kontinuierlichen Dialog zwischen Schulen und Unternehmen können wir junge Menschen bestmöglich auf die Herausforderungen der Arbeitswelt vorbereiten“, erklärte Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten und Organisator des Forums.
Auch Bildungslandesrat Peter Reichmann (SPÖ) unterstrich die Bedeutung des Forums für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Kärnten: „Das Forum zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Industrie für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts ist. Gemeinsame Projekte, persönliche Begegnungen und der Austausch von Know-how fördern Innovation, Fachkräftesicherung und nachhaltige Partnerschaften.“ Reichmann dankte allen Unternehmen, Direktorinnen und Direktoren, Lehrkräften sowie Partnerinstitutionen für ihr großes Engagement: „Gemeinsam schaffen wir nicht nur die Grundlage dafür, dass Kärnten auch künftig ein starker Bildungs-, Technologie- und Wirtschaftsstandort bleibt, sondern sichern den jungen Menschen in unserem Land auch ein gutes Leben.“
Im Rahmen der Veranstaltung sprach Wolfgang Haidinger, Experte für Forschung, Technologie und Innovation der Industriellenvereinigung Österreich, über die Bedeutung von Technik- und Innovationsnachwuchs. In seinem Impulsreferat hob er insbesondere die zentrale Rolle von MINT-Kompetenzen hervor und zeigte auf, wie die Industriellenvereinigung österreichweit Initiativen unterstützt, um junge Menschen frühzeitig für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Zwei Drittel der Beschäftigten in der Industrie arbeiten bereits in MINT-Bereichen, gleichzeitig kämpfen drei von vier Unternehmen mit Fachkräftemangel. Bis 2029 werden österreichweit zusätzlich rund 58.000 MINT-Fachkräfte benötigt. HTLs nehmen dabei eine zentrale Rolle ein, so Haidinger. Sie gelten laut Industriellenvereinigung als entscheidender Standortfaktor für Österreich und sichern den Innovationsnachwuchs der Industrie. Alleine in Kärnten würden aktuell schon 1000 HTL-Technikerinnen und -Techniker fehlen. Haidinger betonte zudem die Bedeutung früher MINT-Förderung, moderner Ausbildungsbedingungen sowie verstärkter Maßnahmen, um mehr Mädchen und junge Frauen für technische Ausbildungen zu begeistern. Die Industriellenvereinigung unterstützt dies mit zahlreichen Initiativen wie dem MINT-Gütesiegel, MINT-Regionen und dem Projekt „M:indset HTL“.
Im Anschluss an den Impuls präsentierten die Direktoren der fünf Kärntner HTLs – Silke Bergmoser (Ferlach), Jürgen Jantschgi (Wolfsberg), Hubert Lutnik (Mössingerstraße Klagenfurt) Michael Archer (Lastenstraße Klagenfurt) und Karl-HeinzEder (Villach) – aktuelle Entwicklungen, technologische Neuerungen sowie Herausforderungen in der technischen Ausbildung ihrer Schulen.
Mit dem Forum Industrie und HTL setzt die Industriellenvereinigung Kärnten ein Zeichen für die Zukunft der Fachkräfteausbildung und für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Bildung und Wirtschaft.


